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SchneiderKunsthandwerk
Mode ist nichts, was nur in der Kleidung existiert.
Mode ist in der Luft, auf der Straße.
Mode hat etwas mit Ideen zu tun; mit der Art, wie wir leben; mit dem, was passiert.
Coco Chanel 1883 – 1971, Französische Modeschöpferin
sita.fee
Für alle Göttinnen der Schönheit & des Glücks
Die markanten Geräusche der klappernden Webstühle begleiten mich bis heute, wenn ich mir die Erinnerungen an meinen Schulweg in einer Kleinstadt an der polnischen Grenze im heutigen Brandenburg wachrufe. In den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde meine Heimatstadt - wie einige andere aber ebenso - das Deutsche Manchester genannt. Damals wurde jeder fünfte Anzug aus dem gewebten Stoff der hiesigen Tuchmacher hergestellt. Jede Familie der Stadt war auf irgendeine Art und Weise mit dieser alten Handwerkstradition verbunden - genau wie die meinige.
So wählte ich schließlich deswegen im Jahr 2002 zusammen mit einer Kommilitonin zum Abschluß meines Architekturstudiums die alte Tuchfabrik-Ruine meines Großvaters und Vaters als Diplomthema aus: In unserem Entwurf sollte in deren backsteinroten Gemäuern aus der Gründerzeit, ergänzt um einen dezenten modernen Anbau eine Mode- und Textildesignschule angesiedelt werden, mit einem Freiluftlaufsteg für Modeschauen entlang der Schienen der früheren Schwarzen Jule, einer kleinen Eisenbahn, die laut dampfend und viel Ruß ausstoßend ausschließlich die Fabriken mit Kohle belieferte und dabei bis auf die Werksgelände direkt an die Kesselhäuser fuhr. Bis heute zeugen vielerorts diese alten Schienen im Straßenbelag von der glorreichen Vergangenheit. Wir wollten dem Ort mit der Ansiedlung dieser Schule auf Basis der jahrhundertelangen alten Handwerkstraditionen nach dem Mauerfall neuen Aufschwung verleihen und über StudentInnen frischen Wind in die Stadt bringen, welche seither von einer massiven Abwanderung junger Leute betroffen war und ist. Obwohl das Interesse seitens der Stadt groß war, mangelte es ihr am Ende allerdings an Mut und Investitionslust, so daß aus unserer wunderbaren Idee leider nichts wurde.
Mit dem plötzlichen Niedergang der Tuchindustrie nach dem Mauerfall verstummte von heute auf morgen der Singsang der Webstühle - und mich überfiel während der nächsten Jahre eine immer tiefer greifende Melancholie, daß nicht nur das Tuchmacherhandwerk in unseren Breiten inzwischen fast verschwunden ist, sondern mit ihm ebenfalls andere, früher hochgeschätzte Handwerkskünste. Es wurde schließlich zu einem immer dringenderen Bedürfnis in mir, ein Handwerk, welches eng mit der Tuchmachertradition meiner Familie verknüpft ist, erlernen zu wollen: das Schneiderhandwerk. Inzwischen fertige ich das Gros meiner Kleidung selbst an, ebenso für interessierte Kundinnen.
Glockenröcke
Sommerleichte Oberteile
Sarouel- & Räuberinnenhosen



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